In diesem Artikel
Über den Chow Chow gibt es starke Meinungen und ungefähr ebenso viele Fehlinformationen. Dieser Ratgeber stützt sich auf den offiziellen FCI-Standard (auf Englisch), der in diesem Fall ungewöhnlich deutlich zum Tierwohl ist.
Herkunft: China, mehr als zweitausend Jahre
Der Standard führt die Abstammung des Chow auf China zurück, wo er als Wachhund gehalten und auch zur Jagd eingesetzt wurde. Dort ist er seit über 2.000 Jahren bekannt; er ist mit den nordischen Spitzen verwandt und hat im Körperbau etwas vom Molosser.
Wegen der Abschottung Chinas tauchten Chows in anderen Ländern erst um 1800 auf. Sie kamen nach England und wurden dort später bekannt; 1925 wurden Hunde auf der Crufts ausgestellt.
In der FCI steht die Rasse in Gruppe 5 (Spitze und Hunde vom Urtyp), Sektion 5, Asiatische Spitze und verwandte Rassen, mit den Verwendungen Wachhund und Begleithund.
Aussehen und Größe

| Merkmal | FCI-Standard |
|---|---|
| Widerristhöhe Rüden | 48 bis 56 cm |
| Widerristhöhe Hündinnen | 46 bis 51 cm |
Das Gesamtbild: ein aktiver, kompakter, ausgewogener Hund mit löwenartiger Erscheinung, stolzer Haltung und hoch über dem Rücken getragener Rute. Die blauschwarze Zunge ist ein prägendes Merkmal der Rasse.
Die zwei Fellvarianten
- Langhaar: reichlich, dicht, gerade und abstehend, aber nicht übertrieben lang. Raues Deckhaar über weicher, wolliger Unterwolle, besonders dicht am Hals, wo es eine Mähne bildet.
- Kurzhaar: kurz, dicht, gerade, abstehend, nicht anliegend, mit plüschartiger Struktur.
Der Standard verbietet ausdrücklich jedes künstliche Kürzen des Fells, das die natürliche Silhouette verändert.
Die Warnung, die der Standard eigens festhält
Ein Satz des offiziellen Dokuments handelt direkt vom Leiden des Tieres: Der Hund muss sich frei bewegen können und darf nicht so viel Fell haben, dass es seine Aktivität behindert oder ihm bei heißem Wetter zusetzt.
Dass ein Rassestandard so deutlich wird, ist selten. Klar gelesen: Ein Chow Chow mit übermäßigem Fell im Sommer ist ein Tierschutzproblem, kein Ausstellungsvorzug. Schatten und Wasser zu jeder Zeit, Bewegung in kühlen Stunden, regelmäßiges Bürsten, damit die Unterwolle Luft bekommt, und besondere Aufmerksamkeit an schwülen Tagen gehören zur Haltung.
Wesen: distanziert, nicht aggressiv
Der Standard sagt: ruhiger Hund, guter Wächter; unabhängig, treu, aber distanziert. Diese Mischung erklärt viel vom Ruf der Rasse. Ein unabhängiger, zurückhaltender Hund begrüßt Fremde nicht überschwänglich, und das wird oft als Feindseligkeit missverstanden. Der Standard führt einen aggressiven oder übermäßig scheuen Hund jedoch als disqualifizierenden Fehler, ebenso jeden Hund mit deutlichen körperlichen oder Verhaltensauffälligkeiten.
Die Rasse braucht Sozialisierung ab dem Welpenalter, belohnungsbasiertes Training (Unabhängigkeit reagiert schlecht auf Zwang, siehe Hundetraining) und Menschen, die keinen überschwänglichen Hund erwarten.
Das typische Gangwerk
Der Standard beschreibt relativ kurze Schritte, bei denen die Hinterpfoten wenig angehoben werden; von der Seite wirkt das stelzend, wie ein Pendel. Trotzdem soll der Gang frei sein, nie schwerfällig, und ausdauernd.
Für wen die Rasse passt
Für Menschen, die einen von Natur aus diskreten Wächter wollen, mit Unabhängigkeit gut umgehen und häufiges Bürsten sowie sorgfältiges Hitzemanagement durchhalten. Nicht geeignet ist er für alle, die einen überschwänglichen Hund suchen, für Familien, die den Welpen nicht sozialisieren, oder für Sport in praller Sonne. Siehe auch Hunderasse wählen.
Häufige Fragen
Warum ist die Zunge des Chow Chow blau?
Das ist ein Rassemerkmal: Der Standard beschreibt eine blauschwarze Zunge als typisch und eine schwarze als ideal, bei manchen Fellfarben ist sie etwas heller. Ändert sich dagegen die Zungenfarbe bei einem erwachsenen Hund, ist das kein Rassemerkmal, sondern ein Grund für den Tierarztbesuch.
Sind Chow Chows aggressiv?
Der Standard beschreibt einen ruhigen, guten Wächter, unabhängig, treu, aber distanziert, und distanziert ist nicht aggressiv. Ein aggressiver oder übermäßig scheuer Hund ist laut Standard sogar ein disqualifizierender Fehler. Die Rasse braucht Sozialisierung ab dem Welpenalter und Respekt vor ihrer Unabhängigkeit.
Verträgt ein Chow Chow Hitze?
Nur mit sorgfältigem Management. Der Standard verlangt, dass der Hund nicht so viel Fell trägt, dass es die Bewegung behindert oder bei heißem Wetter belastet. Im Alltag heißt das: Schatten, Wasser, Bewegung in kühlen Stunden und Bürsten, das die wollige Unterwolle luftig hält.
Gibt es einen kurzhaarigen Chow Chow?
Ja. Neben dem Langhaar erkennt der Standard ein Kurzhaar an: kurz, dicht, gerade, abstehend und plüschartig. Zugleich verbietet er jedes künstliche Kürzen des Fells, das die natürliche Silhouette verändert.
Quellen
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